After Work Dive РDas Leben an Land ist nur eine Oberflächenpause

After Work Dive –¬†Tauchen nach einem stressigen Arbeitstag, Ausgleich und Entspannung schlechthin. Eine ganze Philosophie steckt dahinter, viel mehr als nur ein Wort …
Was denkt Ihr – genug, um ein „Brevet“ aufzusetzen ;-)? Wie k√∂nnte ein Ausbildungsplan aussehen?

Vom Zeitmanagement, √ľber Ausr√ľstung-Planung bis zu Grundlagen zur Durchf√ľhrung von Nachttauchg√§ngen…

 

#afterworkdive

Tauchen im Erlichsee

Erlichsee II – das Loch im See

Von wegen der Erlichsee ist nur 8 Meter tief! Auch in einem Baggersee kann es √úberraschungen geben:

Details zum zweiten Teil:  Erlichsee II РDas Loch im See

Kommentar:¬†Urspr√ľnglich als mehrt√§giger Tauch-Camp-Urlaub geplant mit der Priorit√§t ein neues unterwasser-Rig zu testen, wurden wir doch sehr √ľberrascht ein „Loch im See“ vorzufinden. Die Tiefenangaben m√ľssen f√ľr diesen See wohl in vielen Quellen korrigiert werden, selbst wenn wir die tiefste Stelle noch gar nicht gefunden haben.

Tauchen im Erlichsee:

Details zum Tauchplatz:  Erlichsee

Kommentar:¬†Ein Baggersee mit angeschlossenem Campingplatz, Imbiss und Tauchbasis mit F√ľllm√∂glichkeit: das verspricht eine gute Infrastruktur – und das ist auch so! Nicht gerade ber√ľhmte Sichtweiten, aber genug, um den „botanischen Garten Unterwasser“ so richtig genie√üen zu k√∂nnen. Sehr viel Jungfisch. Am besten auch einen Kompass mitnehmen.

Erste Wels-Begegnung im Althäuser See

Ein alter Baggersee mit angeschlossener Tauchbasis, das verhei√üt gute Infrastruktur. Der See bot zumindest bei unseren Tauchg√§ngen keine besonders guten Sichtweiten, daf√ľr aber viel Abwechslung in der Fauna – soll hei√üen: viel Fisch! Und ein jahrelanger Traum hatte sich erf√ľllt: endlich einmal einen gro√üen Wels vor die Linse zu bekommen:

Details zum Tauchplatz:  Althäuser See

Kommentar:¬†Ein Baggersee, der schon lange als Fischersee und seit j√ľngerer Zeit als Tauchsee genutzt wird. Es gibt eine Angeschlossene Tauchbasis. Dort holt man sich die Tauchgenehmigung und bekommt daf√ľr eine gute Infrastruktur geboten (Parken, F√ľllen, Restaurant, …).
Der See selbst ist speziell in den oberen Wasserregionen spannend. Die Fauna ist beeindrucken vielf√§ltig. Die Sichtweiten sind nicht so gigantisch, daf√ľr aber die Fische! – so war das mein erster Tauchgang mit einem Wels vor der Linse. Dieses gigantische Tier hatte bestimmt eine Gr√∂√üe von 1,80 – 2 Metern.

Tauchen in Hemmoor

Unweit von Hamburg im Ems/Weser Dreieck liegt eines der wohl ber√ľhmtesten Tauchgew√§sser in Deutschland. Er bietet viel Abwechslung, gute Sichtweiten und mit dem „R√ľttler“ wohl einen der spannendsten Tauchg√§nge, die man in einem deutschen See findet.

Details zum Tauchplatz:  Kreidesee Hemmoor
Kommentar:¬† Meine Meinung: Ein Muss f√ľr den versierten Kaltwasser-Taucher. Ein ehemaliges Kreidebergwerk, geeignet f√ľr Anf√§nger bis zum Profi. Hemmoor bietet viel: Meist sehr gute Sichtweiten, vom sanften Einstieg bis zur Steilwand. Bewuchs ist kaum vorhanden. Bis auf Hechte findet man fast alles (liegt am basischen Wasser).

scubamedia.de geht online – 07/2012

Mit unserem Ersten Video, welches sowohl im Internet einiges an positiven Reaktionen auslöste, als auch bei einem Wettbewerb sofort auf dem 3. Platz landete fing alles an:

Details zum Tauchplatz:  Streitköpflesee Linkenheim
Kommentar:¬† Ein sch√∂ner See mit viel Freizeitwert – auch √ľber Wasser. Infrastruktur vorhanden. Der See wird am Wochenende meist auch f√ľr Ausbildung genutzt. Trotz der eher geringen Tiefe (ca. 12 Meter) ist ehr sehr Abwechslungsreich, bietet aber meist nur schlechte bis durchschnittliche Sicht.

Panic Dive РTauchgänge, wie diesen will man nicht haben

Beschreibung

Tauchgang 175
Ort Bodensee – Wallhausen
Datum 03.10.2010
Uhrzeit 13:24
Tauchplatz Klinker
Tiefe > 40 Meter
Dauer 50 Minuten
Temperatur – Luft 19 Grad Celcius
Temperatur – Wasser 4 Grad Celcius
Besondere Vorkommnisse Frust, Schweiss, Gelächter, Druckkammer

Der Start

Wir hatten uns an einem sch√∂nen Sonntag-Morgen f√ľr einen Tief-Tauchgang in Wallhausen am ber√ľhmten Klinker Tauchplatz verabredet. Definitiv kein Tauchplatz f√ľr Anf√§nger auch wenn man aufgrund der nachfolgenden Beschreibungen den Eindruck bekommen kann, dass wir welche sind – Naja, verglichen zu unserem heutigen Stand waren wir das ja auch. Auf jeden Fall hei√üt „Tief“ an diesem Platz √ľber 40 Meter bei 4 Grad Wassertemperatur. Und „Wir“ waren ein Buddy Team, welches sich nur 3-4 Tauchg√§nge zuvor √ľber das Internet kennenlernte. In der Zeitschrift unterwasser w√ľrde es jetzt schon hei√üen: Fehler Nummer 1 – man macht keinen Tief-Tauchgang mit einem fast unbekannten Buddy – aber lassen wir diese Belehrungen mal f√ľr einen Moment, sonst wirkt der Log-Eintrag nur halb so witzig.

Also sind wir bei sch√∂nem Wetter morgens angekommen und haben unser Auto ca. 1 km vom Einstieg entfernt geparkt. F√ľr Interessierte: Man kann kaum n√§her heranfahren, aber der Weg und der Aufwand lohnt sich! Mit angezognem Trocki und Arktic-Unterziehern haben wir unsere Taucherausr√ľstung auf einem Ziehwagen zum Einstieg gebracht und dann angefangen die Ausr√ľstung zu montieren. Schon nach kurzer Zeit musste einer von uns feststellen, dass die geliehenen Lungenautomaten mit ihrem 200bar Gewinde nicht wirklich in die Gewinde der ebenfalls geliehenen 300bar Flaschen passten. Der erfahrene Taucher erkennt im vorherigen Satz sofort mindestens weitere 2-3 Fehler eines ordentlich geplanten Tauchgang – aber wie gesagt – lassen wir das mal.

Wir haben dann einfach unsere Flaschen getauscht und schon war dieses Problem behoben. Doch nach wenigen Minuten mussten wir feststellen, dass wir ein weiteres hatten: in eben diesen 300bar Automaten fehlte der alles entscheidende O-Ring der ersten Stufe! Etwas erleichtert das noch vor dem Tauchgang gesehen zu haben machten wir uns, schon leicht schwitzend, auf die Suche nach diesem O-Ring im Kies – also der Nadel im Heuhaufen. Nicht lange, dann haben wir das abgebrochen, zum Einen, weil uns mittlerweile einigerma√üen warm war, zum Anderen, weil mir einfiel, dass ich noch einen anderen O-Ring hatte … im Auto. Ich wollte mich gerade auf den 2 km langen Weg machen, als pl√∂tzlich wieder einer von uns feststellte, dass wir ein Satz Blei ebenfalls vergessen hatten – „Mensch was ein Gl√ľck“, hab ich gedacht, „Dann rentiert sich ja der Weg“.

Zur√ľckgekommen, ziemlich au√üer Puste aber mit Blei und einem O-Ring haben wir uns gleich daran gemacht den Rest der Ausr√ľstung zusammenzubauen. Wunderbar – bis – ja, bis ein beunruhigendes „Uuuups“ die Stille der Marienschlucht st√∂rte. Beim Anlegen des Handschuh-Systems, mussten wir feststellen, dass bei einem von uns ein 4 cm langer Riss in der Latex-Manschette hinter dem CheckUp-System klaffte. Frust – genau jetzt w√§re der ideale Zeitpunkt f√ľr einen Abbruch gewesen. Aber nein! Der lange Weg hierher darf nicht umsonst gewesen sein. So haben wir versucht durch Umschlangen der Manschette das Problem zu √ľberdecken – das gelang dann auch.

Im Wasser

Komplett durchgeschwitzt, aber anger√∂delt und im Wasser stehend haben ein kurz-Briefing gemacht bis erneut Murphy zuschlug: Eine nagelneue Tauchlampe (LED) war einem von uns aus der Hand gerutscht und im 1 Meter tiefen Wasser verschwunden. Einige Meter weiter im See und die Lampe h√§tte sich auf knapp 70 Meter Tiefe verabschiedet. Sie war nicht sofort zu entdecken, da durch die von uns selbst verursachte Tr√ľbung der Grund nicht einzusehen war. So tasteten wir mehrere Minuten lang den Grund ab – bei einer mehreren hundert Euro Investition kann man das schon mal machen. Und tats√§chlich haben wir sie auch durch Ertasten wieder gefunden. „OK“ – haben wir uns gedacht – jetzt schnell Maske auf – Regler getestet und bevor noch was passiert: ab nach unten. Fehler Nummer 321 w√ľrde der erfahrene Taucher sagen ūüôā

Naja, insgesamt war es dann aber doch noch ein guter Tauchgang. Wir waren am „Klinker“ und sind gem√ľtlich zum Hafen ausgetaucht.

Nachwirkung

Doch dann kommts: Auf dem R√ľckweg nach Hause versp√ľrte ich im Auto zun√§chst ein leichtes ziehen in der rechten Schulter. Das wurde nun von Stunde zu Stunde immer schlimmer. So gegen Mitternacht habe ich gedacht mir f√§llt gleich der Arm ab. Es war einfach unertr√§glich. Nach etwas „ge-google“ (macht das nie in einem solchen Fall) hab ich dann gegen 3 Uhr morgens Claudi gesagt, dass ich mal kurz ins Krankenhaus fahre weil ich glaubte eine Taucherkrankheit zu haben. Die Symptome passten ja und die Umst√§nde von oben waren ja auch beg√ľnstigend – vielleicht etwas Dehydriert, stressig, kein Deko-Tauchgang aber eben tief, etc. Im Krankenhaus angekommen hat man mich nach einigen Stunden an eine Druckkammer weitervermittelt aber mit dem Befund, dass es sich h√∂chstwahrscheinlich nicht um eine Deko-Krankheit handelte. Der Befund des Arztes beruhigte mich noch nicht, da er mich zuvor gefragt hatte, in welchem Schwimmbad das passierte. Darauf antwortete ich, dass eine Sauerstoffgabe im Kombination mit intraven√∂ser Salzl√∂sung und Aspirin wohl eine gute Idee sei.

Der Tauchmediziener (der diesmal richtig Ahnung hatte) der Druckkammer hat dann allerdings auch gesagt, dass er nicht an eine Deko-Krankheit glaube, dass ich aber prophylaktisch eine „Fahrt“ machen k√∂nne. Ich w√ľrde dann sehr schnell merken, ob der Verdacht zutrifft. Wenn es keine Deko-Krankheit ist w√ľrde der Schmerz durch den steigenden Druck in der Kammer ebenfalls zunehmen. In diesem Fall w√§re es dann eine Zerrung/geklemmter Nerv o.√§.
Dreimal d√ľrft Ihr raten, was passiert ist¬† –¬†¬† Mit schmerzverzerrtem Gesicht konnte ich die zwei Stunden in der Kammer als das Erlebnis nicht genie√üen. Ein Abbruch sollte nur im √§u√üersten Notfall durchgef√ľhrt werden!

So long und immer gut Luft!

Shark Dive – Unser spannendster Tauchgang

Folgender Logbucheintrag ist sicherlich¬†emotional etwas √ľberzeichnet. Aus verst√§ndlichen Gr√ľnden ist es aber auch mein l√§ngster Eintrag √ľberhaupt:

Tauchgang 62
Ort El Quesir
Datum 09.01.2008
Uhrzeit 11:32
Tauchplatz Utopia Beach – Hausriff S√ľd
50 min s√ľdlich vom Einstieg
Tiefe (Max.) 40,6 Meter
Dauer 45 Minuten
Temperatur – Luft 25 Grad Celcius
Temperatur – Wasser 22 Grad Celcius
Besondere Vorkommnisse Unsere erste Haisichtung, aber was f√ľr eine!

Beschreibung

Wir waren √ľber Sylvester am Roten Meer – in El Quesier. Es war unser 62. Tauchgang mit unserem ersten Hai-Kontakt! Da das aber definitiv keiner von der kleinen Riffhai-Sorte war, hat sich das so in die Hirnwindungen eingebrannt, dass wir das wohl ewig nicht vergessen werden!

Vorab kann ich nur betonen, dass das nachhaltige Gef√ľhl von nackter Angst w√§hrend des Tauchgangs immer mehr in Begeisterung und Faszination f√ľr diese majest√§tischen Tiere umschwenkt ist.

Ein besonderer Tag beginnt

An diesem Tag waren wir zwei der wenigen (max. 6) Taucher, die √ľberhaupt ins Wasser aufbrachen. Es war generell nicht viel los auf der Tauchbasis und viele der wenigen Taucher waren wohl vom st√§rkeren Wind und der damit verbunden h√∂heren Wellen und Abk√ľhlung abgeschreckt worden ins Wasser zu gehen. Wie die zwei Tage zuvor haben wir unserem Zodiac Kapit√§n gesagt er solle uns an einem „Shark-Spot“ ins Wasser werfen. Da wir nicht ernsthaft daran glaubten einen Hai zu sehen haben wir dabei nat√ľrlich wie immer unsere Witze gemacht. Diesmal kam es aber anders!

Nach wenigen Minuten Fahrt vom Strand wurden wir an einer Riffspitze, 50 Tauchminuten s√ľdlich des Einstiegs zum Hausriff aus dem Boot geworfen. Es ist sehr sch√∂n dort mit einem kleinen Erg und einem Drop-Off auf ca. 41 m. Es gab dort sch√∂ne Korallen und sehr viel Fisch. Es war kaum Str√∂mung vorhanden. Wir sind dann langsam den Drop-Off hinunter. Dort unten war eine Koralle zu sehen, die stark an¬†einen Weihnachtsbaum erinnerte. Dort angekommen und der Warnung unserer Tauchcomputer folgend sind wir dann sehr langsam und ca. 15 min lang wieder auf 25 m und in hellere Wasserregionen aufgestiegen. Das Riff war an dieser Stelle ganz besonders sch√∂n – mit F√§cher- und Salatkorallen.

Nicht mehr Alleine

Pl√∂tzlich waren Sie da: drei Delphine, die sich offensichtlich f√ľr uns interessierten. Alle waren ausgewachsen und etwa gleich gross. Wir waren begeistert und haben angefangen¬†ein paar Purzelb√§ume zu schlagen und in unsere Lungenautomaten zu quieken (das war wahrscheinlich auch der Grund f√ľr das was dann passierte). Die Bande holte Luft und kam wieder zu uns runter. Dann haben sich die drei Tiere¬†in 10-15 m Entfernung vor uns im Wasser senkrecht aufgebaut. Ich hab sofort gedacht: „Super, jetzt k√∂nnen wir uns etwas n√§her kommen“.

Genau im gleichen Augenblick sind alle drei Delphine wie vom Blitz getroffen von -25 m auf -5 m hochgeschnellt, um dann wie D√ľsenjets im Tiefflug auf uns zust√ľrzend, an uns vorbei mit einer unglaublichen Geschwindigkeit im Blau hinter uns zu verschwinden. Ich war sehr beeindruckt von der Kraft, etwas entt√§uscht und gleichzeitig irritiert.
Als ich fragend zu Claudia schaute, die leicht vor mir schwamm, habe ich wahrgenommen dass Sie sehr nervös in alle Richtungen schaute.
Und dann kam „Es“ auch schon… von 2 Uhr (also von leicht rechts vorne), … frontal aus ca. 35 – 40 m Entfernung. Ein Hai! Und noch nicht mal ein kleiner! In den n√§chsten 25 Sekunden (solange hat das Folgende gedauert) gingen mir 1000 Gedanken durch den Kopf!

Zun√§chst, als das Tier noch in einiger Entfernung war, haben wir uns echt gefreut so etwas erleben zu d√ľrfen. „Cool, ein Hai! unser erster Hai! Ein sch√∂ner Hai!“.

Sehr langsam, gleichm√§√üig, total ruhig im Wasser liegend und mit relativ ruhigen, Bewegungen der Schwanzflosse kam er dann auf uns zu … frontal. Wie ein Zug der auf einer Schiene f√§hrt – nicht rechts, nicht links, nicht oben, nicht unten. Er kam immer n√§her.

Stimmungswechsel

Die anf√§ngliche Begeisterung ging bei einer Entfernung von 20 m in eine Besorgnis und dann, als er seine Route leicht √§nderte und ich die Gr√∂√üe und vor allem den „Kauapparat“ erkennen konnte, in nackte Angst √ľber.
Was mir sofort auffiel war die absolut symmetrische Schwanzflosse und das sehr deutlich, bei halboffenen Maul, erkennbare Gebiss – kein Riffhai!
Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie solche Angst gehabt, wenn auch nur f√ľr Sekunden. Das Teil hatte die Gr√∂√üe von mindestens zwei Delphinen, wahrscheinlich aber so knapp 4 Meter und die gut zu erkennenden Z√§hne des Oberkiefers waren schneewei√üe, gleichschenklige Dreiecke. Der K√∂rperumfang entsprach so ca. 2-3 mal der von mir. Seine Kurs√§nderung hat der Hai so eingestellt, dass er in 10 m Entfernung langsam an uns vorbei gleiten musste.

Ich hatte meine Hand zuvor an mein Tauchermesser gelegt … f√ľr den Fall das es ernst werden w√ľrde. Als ich aber die Gr√∂√üe des Tieres sah, habe ich die Idee sofort verworfen und meine Hand ohnm√§chtig wieder sinken lassen. Bei dieser Gr√∂√üe und Kraft: keine Chance auch nur im Ansatz damit erfolgreich zu sein.
Ab jetzt h√∂rte ich nur noch meinen Puls in den Ohren und sucht nach Auswegen und Schutz. Ich sah dass Claudi sich langsam nach unten sinken lies. Ich belie√ü sto√üartig in meinen Lungenautomat in der Hoffnung dass der Hai dann erschrecken und etwas abdrehen w√ľrde.
Ohne Erfolg: unbeirrt wie ein Zug behielt er den eingeschlagenen Kurs bei. Als er¬†neben uns war habe ich aus zwei Gr√ľnden weggeschaut: Einmal wollte ich mir das Elend und die „Sauerei“ nicht mit anschauen, wenn es dazu kommen w√ľrde und dann suchte ich auch nach Nischen im Riff, in die man sich zur√ľckziehen k√∂nnte (was nat√ľrlich in keinem Fall geklappt h√§tte).

Einige Sekunden sp√§ter als der Hai genau parallel an uns vorbeiglitt und ich mir gedacht habe, dass er meine Todesangst genau sp√ľrt, f√ľhlte ich mich irgendwie wie eine Ware an der Supermarktkasse. Dann habe ich den Entschluss gefasst Claudia ganz langsam nach unten zu folgen. So w√ľrde er erstmal anfangen mit unseren Flaschen zu spielen, wenn er denn wollte… statt von unten zu kommen, was glaube ich durchaus unangenehmer ist. Weitere Sekunden sp√§ter drehte ich mich um und sah, dass der Riesenfisch genauso schnurgerade wie er gekommen war in das offene Meer auf 5 Uhr (leicht rechts hinter uns) hinausschwamm.

Etwa zwei Minuten sp√§ter war dann mein Puls wieder von 160 auf halbwegs normale Werte gesunken – da ich Marathon laufe kann ich das glaube ich gut einsch√§tzen. Irgendwie wusste ich, dass er jetzt nicht wieder zur√ľckkommen w√ľrde. Die nackte Panik wurde nun wieder durch etwas Begeisterung aufgehellt.
Wir hatten bei der Aktion ziemlich viel Luft verbraucht und ich habe Claudia die letzten 10-15 Minuten an den Oktopus genommen, damit wir nicht an der Oberfl√§che zum Ausstieg zur√ľckschwimmen mussten.

De-Briefing

Nachdem wir das Thema intensiv verbal aufbereitet hatten war uns bewusst: statistisch und was man so aus wissenschaftlichen Berichten gelesen hatte, war es √§u√üerst unwahrscheinlich dass die Situation anders ausgegangen w√§re… und wenn wir jetzt nicht sofort wieder ins Wasser springen, w√ľrde vielleicht „Etwas“ zur√ľckbleiben.
Also haben wir beschlossen froh zu sein so etwas erlebt haben zu d√ľrfen und sind 2 Stunden sp√§ter wieder Tauchen gegangen. Am Anfang mit einem etwas komischen Gef√ľhl aber nach einer Weile haben wir dann schon wieder √ľber die Titan-Dr√ľcker, denen wir begegnet sind geschmunzelt.

Wir sind mittlerweile sicher dass nur 2-3 Hai-Arten in Frage kommen, denen unser Kandidat angeh√∂rt hatte und jetzt ist nur noch Freude und Faszination √ľbriggeblieben. Wir freuen uns schon auf das n√§chste mal, auch wenn es dann gern wieder ein kleinerer sein darf. Wir glauben wir sind Fans!

 

Sofort haben wir uns bei shark-project etwas engagiert und haben auch gespendet. Dort setzt man sich effektiv f√ľr den Schutz der Haie ein.

Videoproduktionen und Unterwasservideos